Mittwoch, 18. Januar 2017 Donnerstag, 19. Januar 2017 Freitag, 20. Januar 2017 Samstag, 21. Januar 2017 Sonntag, 22. Januar 2017 Dienstag, 24. Januar 2017 Mittwoch, 25. Januar 2017 Donnerstag, 26. Januar 2017 Freitag, 27. Januar 2017
97076 Würzburg
Posthalle
97082 Würzburg
Cairo

Bild:

EINLASS/BEGINN: Uhr 20:00 19:30 /

Eintritt frei

Das Patriarchat ist tot, es lebe das Patriarchat?! -

Ein Plädoyer für die Anliegen des klassischen Feminismus.

Dass die Rede vom Pa­tri­ar­chat ge­gen­stands­los ge­wor­den sei, ist eine gän­gi­ge Dia­gno­se von ge­sell­schafts­kri­ti­scher und auch gen­der­be­weg­ter Seite, die an­ge­sichts der mitt­ler­wei­le um­fas­sen­den Gleich­stel­lung der Frau in der west­li­chen He­mi­sphä­re auf der Hand zu lie­gen scheint: Frau­en seien be­rufs­tä­tig und selbst­be­stimmt, ihre Le­bensrealitäten zeichneten sich durch eine ungemeine Vielfalt aus und das Ka­pi­tal mache so­wie­so alle gleich.

Die Frau als politisches Subjekt gilt zunehmend als Anachronismus und wird entweder dem Heer neoliberaler Arbeitskraftbehälter subsumiert oder, mit identitätspolitischem Fokus, zu FrauenLesbenTrans* etc. erweitert.

Doch nach wie vor ist das Zweigeschlechtersystem ein nicht weg­zu­den­ken­des Struk­tur­prin­zip der Ge­sell­schaft: Men­schen wer­den wie eh und je in Män­ner und Frau­en un­ter­teilt und zu sol­chen so­zia­li­siert. Das Pa­tri­ar­chat als Ana­ly­se­ka­te­go­rie vor allem der Zwei­ten Frau­en­be­we­gung be­zeich­net die Herr­schaft von Män­nern bzw. – unter den Vor­zei­chen der abs­trak­ten Wertver­ge­sell­schaf­tung – eines männ­li­chen Prin­zips, wie sie in­ners­ter Be­stand­teil nicht nur der abend­län­di­schen Kul­tur ist.

Soll­te dieses Ge­schlech­ter­ver­hält­nis heutzutage, neuerer linker Theorie gemäß, nicht mehr herr­schaft­lich ver­fasst sein? För­dert die Leug­nung eines pa­tri­ar­cha­len Ge­fäl­les in der Ge­sell­schaft nicht letzt­lich das un­ge­bro­che­ne Fort­wir­ken der pa­tri­ar­cha­len Ideo­lo­gie – wirft es nicht vor allem Frau­en mit ihrer Viel­zahl an geschlechterspezifischen Pro­ble­men, die sie ihrer So­zia­li­sa­ti­on ver­dan­ken, in die Ver­ein­zelung zu­rück, wenn wir auf­hö­ren, die Be­son­der­hei­ten weib­li­cher Sub­jekt­bil­dung zu ana­ly­sie­ren und zu kri­ti­sie­ren?

Quelle: Cairo