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Frittenbude Küken des Orion - Tour 2015
Frittenbude live ist wie eine Kneipenschlägerei auf Acid mit Kuscheltieren. Keine andere Band der Welt hat so viele Schrammen und Narben gesammelt wie Frittenbude, so viele Endorphine durch Blutbahnen gehauen, so viele junge Pandas beeinflusst und begleitet. Das klingt vielleicht etwas übertrieben, aber falsch ist es nicht. Was zählt ist der Moment und jeder einzelne Mensch. Macht mal Lärm für euer eigenes Leben! In ihrer Bandgeschichte haben sie schon auf allem gespielt was irgendwie mit einer Bühne zu vergleichen wäre, und auch auf richtigen Bühnen natürlich, sie haben Scheunen & Wohnungen zerdeppert, vom FOH Turm des Beatpatrol Festival runtergespielt als die Bühne unter Wasser stand, Hallen gefüllt, Festivals abgebrochen, Polizei-Einsätze ausgelöst, wurden von Bauern mit Gläsern beworfen und haben von Queers Küsse kassiert. Das alles ist viel, aber sicherlich kein Grund überheblich zu werden. Im Gegenteil. Frittenbude bleiben nicht stehen, sondern entwickeln sich weiter. Das klingt, wenn man es ließt, wie eine Floskel. Dass es keine ist, hört man daran, wie Frittenbude heute live klingen. Das neue Album „Küken des Orion“ zeugt in seiner Komplexität und Deepness davon, dass die Band, diese einzelnen verrückten Individuen, zusammen eine Faust bilden können, die so fest und hinterhältig zuschlägt wie ein Schimpanse mit einem Stock! Faust heißt fünf und fünf ist auch die neue Zahl auf der Bühne. Das heißt, Frittenbude erreicht ein neues Level. Mehr soll noch nicht verraten werden. Nur so viel: Es wird euch umhauen! FUCK ART, LET’S DANCE! Hamburg ist geplatzt. Wer 2013 einen Blick in die Zeitung geworfen hat, wird es wissen. Geplatzt. Und zwar nach innen, mal wieder implodiert, sozusagen. Wohin hätte der Druck auch entweichen sollen, viel zu gedrungen ist die Stadt. Viel zu gewöhnt auch daran, mit der Enge umzugehen. Es ist kein Wunder, dass die relevanteste Popmusik des Landes aus dieser Stadt kommt. Und damit seien nicht die Altvorderen gemeint, nicht Tocotronic, Die Goldenen Zitronen und Blumfeld. Mit denen verbindet FUCK ART, LET'S DANCE! wenig. Einzig der für Hamburg scheinbar charakteristische Zug von Melancholie wäre zu nennen, dem FUCK ART, LET'S DANCE! seit ihrer Gründung 2009 ein überfälliges Update verpassen. Und der Live plötzlich keine bedeutende Rolle mehr spielt, weil es eben doch darum geht, sich euphorisch dem Moment hinzugeben – selber ein bisschen zu platzen, vielleicht. Quelle: Posthalle |