Nena
„Oldschool Clubtour“ 2015

Am 27. Februar 2015 erscheint „Oldschool“, das 18. Studioalbum der deutschen New-Wave-Legende NENA.
Passend zum Titel präsentiert NENA das neue Material im März auf einer ausgedehnten Clubtour
durch frühere Stationen. „Oldschool“ kann ab sofort vorbestellt werden, die erste Single „Lieder
von früher“ ist bereits ab heute überall digital erhältlich.
Sich mit der Vergangenheit aufzuhalten, ist nicht NENAs Ding. „Gestern, das liegt mir nicht“, sang
sie schon 1984 in ihrem Song „Fragezeichen“ vom gleichnamigen Album. Nun, 30 Jahre später, nennt
sie ihr neues Album ausgerechnet „OLDSCHOOL“. Der gleichnamige Titeltrack ist ein programmatisches
Augenzwinkern. „Mein erstes Album ist seit 34 Jahren draußen, es ist so alt, man kann’s nicht
einmal mehr im Laden kaufen“, skandiert NENA. Dazu ein fetter Electro-Beat, den man so von Nena
noch nie gehört hat. Straight from the 80s, mitten ins Jetzt. Den ungewohnten Beat hat ihr ein
neuer Partner in Crime zusammengeschraubt - kein geringerer als Samy Deluxe produzierte NENAs
neue Platte. NENA, das Aushängeschild der deutschen New- Wave-Szene, und Samy Deluxe, das
Deutschrap-Wunderkind. Klingt ja fast wie ausgedacht.
Aber so was denkt sich keiner aus, schon gar nicht NENA. So was entsteht von alleine, oldschool
eben. Das wurde nicht gemacht, das ist gewachsen. Schicksal könnte man auch dazu sagen, und wäre
damit gleich bei einem altbekannten NENA-Thema, das auch auf dieser Platte wieder eine Rolle
spielt. „Wenn die Zeit reif ist für ein neues Album, dann lasse ich mich voll und ganz drauf ein.
Ich überlege nie vorher, in welche Richtung es gehen soll, ich mach einfach“, sagt NENA über ihre
Art zu arbeiten. Herz ist hier das Stichwort. So war es eben auch mit Samy Deluxe. „Ich wusste in
der Sekunde, dass das nur was Gutes sein kann“, beschreibt NENA den Startschuss für das neue Album.
Wenig später waren beide zusammen im Studio. Und Samy Deluxe ergänzt: „Es ist ja nicht nur so, dass
Nena oldschool ist... NENA ist oldschool und immer
noch voll relevant. Sie kann alles verkörpern, von Punkrock bis zu den schönsten Balladen und
bleibt dabei immer authentisch.“
Auch die Art der Zusammenarbeit war dabei ganz jetzt. „Heute Computer, damals analoge Handarbeit,“
wie es in „Oldschool“ heißt. Handarbeit ist es natürlich auch heute noch, bloß muss man nicht
unbedingt die ganze Zeit im selben Raum sein, um gemeinsam Neues schaffen zu können. Das wäre auch
schwierig geworden, denn wenn NENA morgens um 6 aufsteht, um mit ihren Hunden in den Wald zu gehen,
geht Samy oft gerade erst ins Bett. „Schichtarbeit auf Herzebene“ nennt NENA diesen Prozess.
Der rote Faden, der sich durch das Album zieht, ist Zeit. Wie steht NENA in der Zeit, wie kann man
loslassen und im selben Moment umarmen. Das Lied „Bruder“ erzählt von ihrem verstorbenen Sohn
Christopher und davon, dass der Tod zum Leben gehört. „Alles was mich fordert und lenkt, wurde mir
vom Himmel geschenkt“.
Auch die basslastige Pop-Hymne „Genau jetzt“ handelt vom Umgang mit der Zeit, genauer davon, stets
im Moment zu sein. „Vielleicht ist es zu früh, vielleicht ist es zu spät, vielleicht ist es genau
jetzt“, denn „was morgen kommt, weiß keiner“.
Dass sie trotz all dem Im-Moment-Sein ihre Wurzeln nicht vergisst, zeigt sich in der ersten Single
zum Album. „Lieder von früher“ lautet der Titel, in dem NENA erzählt, was mit ihr passiert, wenn
sie die alten Platten aus dem Schrank holt „Tanz im Licht vom Strobo, quer durch unsere Wohnung,
mach das Haus zur Disco, jeder Song ein Ohrwurm“ heißt es darin und man freut sich schon darauf,
sie dazu mit der Gitarre um den Hals auf der Bühne rumspringen zu sehen. Was sie auf ihrer Clubtour
zur Albumveröffentlichung auch tun wird.
Wie immer ist NENAs Band mit dabei, die sie liebevoll ihre „zweite Familie“ nennt. - Und die
auch mehr und mehr zu einem wahren Familienunternehmen wird: „Wir sind eine musikfreudige Bande.
Und so ist jetzt mit meiner Tochter Larissa und meinem Sohn Sakias auch mein jüngster Sohn Simeon
mit auf der Bühne und wird Keyboards spielen. In unserer Familie hat jeder sein eigenes Universum,
aber wir treffen uns an ganz vielen Stellen, arbeiten zusammen und tauschen uns aus.“
Ein besonderes Stück ist deshalb auch „Peter Pan“, das NENA im Duett mit Sakias singt. „Deine Welt
ist bunt genug, dass sie selbst das größte Grau einfärbt. Komm berühr jetzt meinen wunden Punkt,
halt mich fest bis ich auch so werd“ - singen die beiden hier mehr zu- als miteinander. Und wenn
Sakias sagt „Besitzt kein Konzept von Vorsicht, hast nie gelernt wie zögern geht. Neugier sitzt in
der Loge, ein Herz das täglich größer wird“, dann weiß man nicht, ob er hier tatsächlich Peter Pan
meint, oder nicht doch eher seine Mutter, dieses Zauberwesen, das den Schlüssel zur Zeit versteckt
zu haben scheint.
Aber NENA wäre nicht NENA, würde sie nicht auch kritische Töne anschlagen, die dazu anregen können,
das eigene Leben zu hinterfragen und in die Eigenverantwortung zu gehen. „Betonblock“,
„Kreis“ und „Mach doch was ich will“ etwa sind Stücke, in denen sie nicht nur textlich eine härtere
Gangart einlegt.
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