LaBrassBanda – aus der Sicht eines Besuchers

LaBrassBanda – aus der Sicht eines Besuchers
Und wann warst du das letzte Mal auf einem Konzert, das dir noch Tage und Wochen
später ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat?
Frag mal jemanden, der LaBrassBanda gesehen hat, der kommt noch Monate später
aus dem Grinsen nicht mehr raus. Nur der Gedanke daran lässt die Glückshormone
wieder ausbrechen. Wahrscheinlich kann er/sie gar nicht genau sagen, woran es liegt,
warum dieses Konzert einen solchen Eindruck hinterlassen hat - vielleicht in etwa so:
Da stehen fünf Typen auf der Bühne. Alle in Lederhosen und T-Shirts. Alle barfuss. Die
Ansagen vom Sänger kann man noch einigermaßen verstehen. Wenn er singt, geht gar
nichts mehr. Da hilft nur ein einjähriger Aufenthalt mit Intensivsprachkurs im Chiemgauer
Heimatverein. Aber wie er es singt, haut dich um. Du spürst, dass da jemand ist, der
alles gibt, der Spaß hat, an dem was er tut.
Die Stimme ist einfach ein weiteres Instrument. Und damit sind es dann Sechs:
Trompete, Posaune, Tuba, Schlagzeug, Bass – was für eine Mischung!
Vor dem Jahr 2007, der offiziellen Bandgründung, hätte wahrscheinlich niemand
gedacht, dass man mit einer solchen Besetzung und bayrischen Texten auf den größten
europäischen Festivals bestehen kann. LaBrassBanda können das und haben es beim
Roskilde, Hurricane und Southside, beim Sziget, als Headliner beim Chiemsee Reggae
und bei zig anderen bewiesen.
Klar, auch ihr größtes Einzelkonzert in der Münchener Olympiahalle war der Wahnsinn.
Da haben sie vor mehr als 10.000 Menschen gezeigt, dass sie Arena und
Stadionqualitäten haben. Allerdings pilgerten da ihre Fans hin, die kennen die Songs
und die Alben und viele waren schon auf zig Konzerten. Das war ein Heimspiel.
LaBrassBanda aber sind Menschenfänger. Sie sind in der Lage, einen mitzureißen.
Menschen, die noch nie etwas von ihnen gehört haben, die einfach in der Menge stehen
und es nicht fassen, was sie gerade erleben: der Druck, der von der Bühne kommt, die
Macht der Bläser, das Tempo - und auf einmal bewegen sie sich, obwohl sie sonst nie
auf Konzerten tanzen. Dann stellt sich dieses Wow-Gefühl ein.
Auch die Zuschauer, die den Vorentscheid zum Eurovision Songcontest 2013 erlebt
haben, können von dieser Erfahrung berichten. Da hatten LaBrassBanda nur drei
Minuten und dreißig Sekunden Zeit, um alle ihre Qualitäten zu zeigen. Das war das
vorgegebene Zeitfenster und LaBrassBanda haben es genutzt. In komprimierter Form
haben sie alles was sie auszeichnet in einen Song gegossen: musikalisches Können,
Tempo- und Rhythmuswechsel, bayrischer Text, ungewöhnliches Arrangement,
Ausstrahlung und eine Dynamik, die das Publikum von den Stühlen fegt. Am Ende
werden sie Zweite und die Sieger der Herzen.
Man kann über LaBrassBanda reden und schreiben, aber um sie zu verstehen, muss
man sie live erleben. Viel Spaß dabei!